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15 YEARS OF DANNY SOMMERFELD

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Menschenskinder – wie die Zeit vergähnt: kommendes Jahr fährt Danny Sommerfeld seit 15 Jahren für MOB Skateboards. Um diese Tatsache gebührend zu feiern gibt es neben Dannys aktuellen “Sommerglue” Pro-Boards, auch einen VOLL BOCK CLIP mit Sommerfeld-Footage aus den vergangenen 15 Jahren, welcher am 04.12.2015 in der GOLDGRUBE in Kassel Premiere feiern wird – weitere Vorführungen in den Metropolen der Republik werden folgen. Das Internet kann warten.

 Um euch einen weiteren Vorgeschmack auf die zu erwartende zehnminütige Zeitreise zu geben, habe ich nachfolgend eine Fotogalerie aus unserem Sommerfeld-Archiv zusammengekratzt. Welcome to Dannys Sommerlife.

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Danny Sommerfeld “SOMMERGLUE” Pro Board | 8.0 x 31.875″ & 8.25 x 32.125″ | Tough Cats Construction

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Danny Sommerfeld “SOMMERGLUE” Pro Board | 8.0 x 31.875″ & 8.25 x 32.125″ | IMPACT Construction

 

Footage sammeln für die Ewigkeit oder Kein Ziel ohne Linie

Liebe Realitätsflüchtlinge,

in den vergangenen Wochen habe ich viel über meinen bisherigen Lebensweg nachgedacht. Leben und Skateboarding – das ist für mich, nach 30 Jahren auf und mit dem Brett, mittlerweile ja fast das Gleiche. Ich kann mir kein Leben mehr vorstellen ohne meine persönliche Geschichte, die mich an diesen Punkt im Leben gebracht hat – und auf diesem Weg bin ich mittlerweile mehr gerollt als gelaufen. Wenn man eine Sache so lange und so intensiv macht – wenn man sich so tief in einen Lebensstil hineingebohrt hat – dann wird vieles über die Jahre zur Routine. Das heisst nicht, dass es langweilig wird – aber es ist eben auch nicht mehr so spannend wie zu Beginn der Romanze. So fragt man sich mit zunehmendem Alter desöfteren ob das Pferd, dass man reitet wirklich nur langsamer läuft oder ob es nicht vielleicht doch endlich tot ist. Da buckelt plötzlich das ganze Weltbild. Man bereut zuweilen halbherzig das Herzblut, die Mühen und Anstrengungen, die man in etwas investiert hat, dass die Gesellschaft als „spaßiges Hobby“ bezeichnen würde – aber keinesfalls als Lebensperspektive. Vielleicht reicht die Bereitschaft zur Leidenschaft für diese eine Liebe ja doch nicht für das ganze Leben. Natürlich funktioniert das Ganze auch ohne Romantik und ohne Muse. Die meisten Menschen brauchen nur andere Menschen in Anzügen, Umhängen oder Uniformen die ihnen sagen, was sie machen sollen und was sie besser bleiben lassen. Sie brauchen diesen gesellschaftlichen Wohlfühlkonsens, der mehr mit Wohl als mit Fühlen zu tun hat. Hauptsache, es gibt einen, der stellvertretend für alle ganz vorne steht und ihnen immer wieder predigt, wie wichtig Kontrolle und Sicherheit ist. Sie nennen sich Pfarrer, Politiker, Nachrichtendienst oder Vorstandsvorsitzende und sie alle dienen, selbstverständlich stellvertretend für uns, einer grösseren Sache, die der Herde aber nur Zugute kommen kann wenn kein Schäfchen aus der Reihe der Normen und Rituale tanzt. Sie stellen die Zäune auf zwischen denen wir unsere goldenen Eier in freiwilliger Freilandhaltung legen sollen.

Da sitzt man dann im ersten Elternabend seiner Kinder an einer neuen Schule und die versammelte Elternschaft soll sich zu diesem Anlass doch mal kurz vorstellen. Der eine ist Historiker, der ander Ingineur, wieder einer ist Professor an der Tierklinik – sogar ein Atomphysiker ist dabei – und umso näher der Kelch des erzwungenen Kennenlernens an meinen Sitzplatz heranrückt desto grösser wird mein Unbehagen. Denn selbst die Mütter sind Juristinnen, Hautärztinnen oder Lehrerinnen. Alle in diesem Raum haben Berufe die ein hohes Maß an akademischer oder wissenschaftlicher Bildung voraussetzen. Alle haben jahrelang studiert und sitzen nun in Praxen oder Fakultäten. Bei so viel Wissen müssten die doch eigentlich alle mindestens 20 Jahre älter sein als ich. Sie können Krankheiten heilen und Schaltkreise zusammenlöten. Sie bauen Entlüftungsanlagen für Kernkraftwerke oder kennen den Verlauf der Mitteleuropäischen Landesgrenzen im Jahr 1200 nach Christus – und nur einer steht am Ende auf und sagt, dass er Skateboards verkauft um über die Runden zu kommen. Ein leichtes Raunen geht durch die Menge. Der eine schmunzelt etwas verlegen während der andere sich wahrscheinlich schon innerlich kopfschüttelnd ausmalt in was für einem antiautoritären Lebensschlamassel der arme Henry wohl aufwachsen muss. Ich fühle mich jedes Mal so, als ob ich versuchen würde minderjährig in einen Film für Erwachsene zu kommen. Dabei will ich den Film eigentlich gar nicht sehen – und trotzdem ist da dieses nebulöse Gefühl eines platzierten Fehltritts in die Eier des „richtigen Lebens“.

Ich habe kein Haus und kein Geld auf der hohen Kante. Nichts anzulegen und meistens auch recht wenig auszugeben. Ich weiß von Vielem wenig und mein Fachbereich beschränkt sich auf ein Sportgerät, dass man mit einem Maulschlüssel und einem Schraubenzieher zusammen- und auseinanderschraubt. Ich erkenne Architektur, die sich zum skaten eignet aber ich könnte nicht mal selbst ein Fenster einbauen. Im Kreise der auf diesem Elternabend versammelten, geballten Fachkraft könnte ich direkt Angst vor dem Leben bekommen. Da wird mir ganz schwindelig. Ich denke an Neubaugebiete und Eier aus Freilandhaltung von Tegut. Ist es wirklich so kompliziert? Warum habe ich noch kein Seminar zum Thema „Mein Kind und das mobile Endgerät“ besucht? Wie kann ich erziehungsberechtigt sein wenn es mir egal ist nach welcher Methode an dieser Schule das Fach Deutsch unterrichtet wird? Warum bin ich High zum Elternabend gegangen? Ach, ja, stimmt – ich hatte die Veranstaltung komplett vergessen und war schon im Jogging-Anzug auf der Couch gelegen um mir zum 500. Mal den Video-Clip anzugucken, den ich gerade schneide. Womit wir wieder beim Thema wären: Skateboarding bzw. mein Leben.

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Es ist ein ganz besonderer Clip an dem ich gerade arbeite. Er besteht aus der Essenz von fast 15 Jahren Danny Sommerfeld Footage und während der Sichtung des Videomaterials ist auch ein gutes Stück meines eigenen Lebens an mir vorbeigeflackert. Ich war zwar nicht bei allen Aufnahmen dabei – aber ich kann sie alle einer bestimmten Lebenszeit zuordnen. Ein Haufen Zeug. Irgendwann im Laufe der Schnittarbeiten fragte ich mich, wie viel Footage wohl ein normaler Mensch während seines Lebens sammelt – und zwar nicht reduziert auf die Selfies der familiären Wohlfühlmomente und Feiertage – sondern Aufnahmen, die andere Menschen beeindrucken, inspirieren und motivieren. Danny zählt ohne Zweifel zu den Skateboardern, die durch ihren einzigartigen Style Scharen von Rollbrettaktivisten beeindruckt, inspiriert und motiviert haben rauszugehen und selbst Fuss anzulegen. Aber der Clip, so mitreissend und kurzweilig er hoffentlich am Ende sein wird, zeigt uns auch einen Jungen bei seiner schlechtbezahlten Arbeit, der ziemlich lange dachte, er habe einfach nur Spass.

Und dann sind da ja auch noch die, denen wir im Endeffekt diesen Clip zu verdanken haben: die Filmer. Jungs, die bereit sind für nicht weniger als Ruhmlosigkeit und ohne nennenswerte Bezahlung stundenlang hinter einem anderen Skater herzufahren bis der Trick schliesslich (hoffentlich) im Kasten ist – und dann steht da schon der Nächste mit unruhigen Beinen, der den Spot jetzt fühlt und sofort die entsprechende Dokumentation braucht. Auf einer Skateboardtour sind die Filmer definitiv die Männer mit dem härtesten Job. Sicher, der Skater riskiert unter Umständen mehr – aber er profitiert auch von dieser Investition. Der Filmer hingegen kann sich unter Umständen vielleicht ein Deck und ein T-Shirt aussuchen – und wenn er Glück hat wird sein Name im Abspann eines Clips zu lesen sein den heute, im Internet, sowieso niemand mehr zu Ende guckt weil es noch so viel anderes zu sehen gibt. Summasummarum: die Gesellschaft der Skateboarder in der ich lebe funktioniert nach anderen Maßregeln als die übrige Zivilgesellschaft. Es ist ein zwangloses Miteinander ohne festgelgetes Ziel. Ein gemeinsames Interesse ohne Lobbyismus. Ein Glaube ohne Religion. Eine Hühnerfarm ohne Zaun. Natürlich habe ich mich geistig und geistlich in den letzten 30 Jahren weiter entwickelt. Natürlich bin ich im Sinne der Selbstständigkeit in 44 Jahren erwachsen geworden – aber grundsätzlich lebe ich kopfmäßig die meiste Zeit noch genauso unbeschwert im Moment wie als 14-Jähriger. Mal hab ich Voll Bock, mal voll Kein Bock. Mal produziere ich wie besessen und mal komme ich gar nicht mehr aus dem Sessel. Love Skateboarding. Hate Skateboarding. Mein Luxus ist die Freiheit selbstbestimmt zu leben und wenn ich weiß, ich stehe knietief im Dispo ziehe ich einfach keine Kontoauszüge mehr. Das geht auch vorbei. Muss ich halt mal sparen wie Sau. Was uns wieder zurück zum Elternabend bringt: ich muss die Klassenfahrt noch bezahlen.

Schlussendlich und in Essenz an alle von euch, die schon lange dabei sind, die Trends, Magazine, Brands und Pros, Schuhe und Boardbreiten Kommen und Gehen gesehen haben. An alle, die irgendwie nie den Absprung geschafft haben und sich manchmal fragen ob es anders nicht doch vielleicht besser gewesen wäre: Prost! Ihr seid in guter Gesellschaft.

Euer Crackhardt van Mapleleaf

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